Freitag, 27. April 2012

Birthmarked/Die Stadt der verschwundenen Kinder

Hier im Blog gabs schon lang nichts mehr über das von mir vermutlich am längsten ausgeübte Hobby zu lesen, nämlich Bücher.
Derzeit lese ich zwar wahnsinnig viel, aber eben viel für die Uni. "Trivialliteratur" schafft es eher selten auf meinen Nachtschrank. Um das zu ändern und ab und an bewusst zu lesen und mich vor allem auch darüber äußern zu können, habe ich mich vor einigen Wochen bei einem online-Magazin beworben.
Wir fanden uns beide nett und toll - aber leider wurde es aufgrund des organisatorischen Drumherum erstmal nichts. Uni geht eben vor. *seufs*

Aber als Bewerbung habe ich eine Buchrezension geschrieben. Die dümpelt jetzt auf meiner Festplatte rum... Und da dachte ich mir, vielleicht wollt ihr sie ja lesen?

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Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien

Eine dystopische Zukunftsvision, eine Heldin wider Willen am unteren Ende der Gesellschaft und die obligatorische Liebesgeschichte. Die Eckdaten überraschen zunächst wenig und stellen ein derzeit sehr beliebtes Thema in der Jugendliteratur dar. „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ von Caragh O'Brien, einer amerikanischen Autorin, vermag trotzdem zu überraschen.

Auf den ersten Seiten lernt der Leser die 16-jährige Gaia kennen. Man schaut ihr über die Schulter, während sie als Hebamme das erste Mal einem Kind auf die Welt hilft, um es wenig später der Mutter zu entreißen und, dem Gesetz gehorchend, der „Enklave“ zu übergeben.

Hat man den anfänglichen Schock überwunden, zeichnet die Autorin ein klares Bild von der Umgebung, in der Gaia lebt. Durch den Klimawandel hat sich die Welt verändert, um das Überleben aller zu sichern, hat sich eine starke Staatlichkeit etabliert, die „Enklave“. So stehen auf der einen Seite die einfachen Menschen außerhalb der Stadtmauern, durch den Verlust ihrer Kinder und dem entbehrungsreichen Leben gekennzeichnet. Demgegenüber scheint das Leben innerhalb der Stadtmauern der „Enklave“ sorgenfrei und leicht.

Warum die Kinder weggenommen werden, um innerhalb der Stadtmauern aufzuwachsen und nie mehr zurückzukehren, bleibt vorerst im Dunkeln. Gaia, in das System integriert, und an die besonderen Aufgaben als Hebamme durch ihre Mutter gewöhnt, beginnt diese Mechanismen jedoch zu hinterfragen.
Als schließlich ihre Eltern verhaftet und ohne Erklärungen verschleppt werden, beschließt sie, innerhalb der Stadtmauern ihre Eltern  und Antworten zu suchen. Aufgrund ihrer Naivität und der wenigen Verbündeten, die ihr helfend zur Seite stehen, sind die Erfolgsaussichten von Anfang an schlecht. Am Ende könnte sich eine letzte Bastion der Freiheit, welche weit ab der Zivilisation in der Wüste vermutet wird, als Gaias einzige Chance erweisen.

Nach der Lektüre des ersten Buches, welches im Heyne Verlag  am 24. Januar 2011 in Deutschland erschien, ist festzustellen, dass dieses Debütwerk durchaus seine Höhen und Tiefen hat. Das Buch endet offen, bildet in sich aber einen sehr schönen Spannungsbogen, der den Leser immer bei der Stange hält und sich am Ende eher wie eine Atempause anfühlt.  Die optische Aufmachung der deutschen Übersetzung vermag hingegen nicht zu überzeugen und auch die Grundidee selbst ist nicht brandneu. Wer sich von diesen offensichtlichen Mankos jedoch nicht abhalten lässt, wird belohnt. „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ stellt den insgesamt gelungenen Auftakt zur „Birthmarked“-Trilogie dar und macht Lust auf mehr!

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Ja, das ist sie. Ich finde sie im Ergebnis gut, auch wenn ich teilweise ein paar Schwierigkeiten hatte, ich hab das Buch nämlich auf Englisch gelesen und es fiel mir einfach ziemlich schwer, dann auf Deutsch zu schreiben. ^^°

Na ja. Vielleicht wollt ihr ja auch mal reinschmökern?
Ich habe das zweite Buch regelrecht verschlungen und bin sehr dankbar, dass das Finale nach meinen Prüfungen erscheint! ^^

Kommentare:

  1. Deine Rezension gefällt mir wirklich gut :) Besonders der Schreibstil, jetzt hab ich wirklich Lust auf das Buch, mal sehen ob meine Bibo das gerade da hat ;)

    "Miststück" finde ich sehr gut xD Schatzi schlug daraufhin den Namen meiner Mutter vor, ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll ^^

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  2. Klingt nicht schlecht. Ich mag so dystopische Zukunftsvisionen. Eventuell werd ich da mal reinschauen, danke für die Rezension. =)

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  3. Also ich find die fertige Version echt gut geworden! Und auch wenn das normaler Weise nicht mein Thema ist, finde ich das, was du erzählt hast hier wirklich spannend!
    Schade, dass du necroweb erstmal absagen musstest, aber klar, Uni geht eben vor :)

    *flauschi

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  4. Vielen Dank für eure Meinungen! *___*

    Es wäre wirklich schön, wenn die ein oder andere vielleicht gefallen daran findet... Auch wenn ich nicht garantieren kann, dass es auf Deutsch auch so gut ist.
    Ansonsten würde ich es aber auch mal ausleihen... ;)

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  5. Gefällt mir sehr gut deine Buchrezession! :) Ich würde das denke ich auch schwierig finden auf deutsch etwas über ein englisches Buch zu schreiben...

    und du hast mich daran erinnert dass ich das erste Buch total spannend fand (auch auf Englisch) und mir mal das zweite holen sollte!

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    1. GO for it!
      Ich sage dir, du wirst von Band 2 überrascht sein. Ich wars! ^^

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    2. Im Amazon-Buchkorb liegts jetzt schon, muss nur noch auf mein Maigeld warten :)

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