Samstag, 5. Januar 2013

War das nötig, Frau Rowling?

Gestern Abend habe ich mir den Hobbit angesehen und hätte jetzt wirklich Lust darüber etwas zu schreiben. Da ich aber im Herzen eigentlich kein LotR-Head, sondern ein Potter-Head bin, würde ich vermutlich nur über unwesentliches schwadronieren, das will ja auch keiner lesen.
Daher nur kurz: Mir hats gefallen, 3 Stunden ohne Pause sind aber doof. *g*
Statt dessen kommen wir (endlich) zu einem anderen Thema (das hier schon einige Zeit auf Halde liegt ^^)!

Nicht jedes Buch, das mir zwischen die Finger kommt, wird auch hier im Blog vorgstellt. Die meisten Sachen sind gut, die muss ich nicht unbedingt hervorheben. Wie zum Beispiel die Tintenwelt-Reihe. Die hab ich gern gelesen, es wird aber wohl keines meiner absoluten Lieblingsbücher werden.
Manche Bücher schlagen aber nach oben oder unten aus. So weiß der geneigte Leser meines Blogs vermutlich, das ich ein mittelgroßer Harry Potter-Fan bin. Nicht mit dem ganz verrückten Kram, aber schon mit immer wieder Bücher lesen, Filme gucken, Pottermore entdecken usw. usf.

Daher war "Ein plötzlicher Todesfall" quasi Pflichtlektüre. Und nachdem ich das Buch nun beendet habe, fühle ich das dringende Bedürfnis, ein bischen Senf dazu abzugeben.
Ein kurzer Blick auf die Amazonrezensionen zeigt, das scheinbar einige Leser mit dieser Geschichte ein paar Schwierigkeiten hatten.
Ersteinmal fällt auf, das es sich um Erwachsenenliteratur handelt (was ich auch ausdrücklich empfehle! Die Geschichte ist von der Ausdrucksweise bis zum Inhalt definitiv nicht für Kinder gedacht. Und auch für Jugendliche ist das vermutlich schwere Kost). Es geht um Gemeindepolitik, Geld, Drogen, Sex, Fäkalsprache, Enttäuschung und Tod. Außerdem wurde von der Presse im Vorfeld hervorgehoben, dass der Hauptcharakter (Barry Fairbrother) direkt auf der 2. Seite verstirbt.
Ich würde mich dieser Aussage so erstmal nicht anschließen. Selbst nach dem Ende des Buches, bin ich mir nicht sicher, wer nun die Hauptperson sein soll.
Das ist das Hauptproblem was ich mit der Geschichte habe: Sie ist so unfokussiert!
Erst nach ca. 100 Seiten hatte ich langsam eine Ahnung, wo die Geschichte grob hinwill. Überall wird mal ein Fitzelchen erzählt, dann kommt auf einmal wieder eine andere Person.
Folgende haben immer mal wieder einen Star-Auftritt: Barry, Mary, Kay, Gavin, Declan, Fergus, Niamh, Siobhan, Parminder, Vikram, Sukhvinder, Jaswant, Rajpal, Stuart, Andrew, Krystal, Tessa, Terri, Cheryl, Robbie, Simon, Nana Cath, Ruth, Paul, Colin, Lexie, Libby, Samantha, Shirley, Howard, Miles, Maureen, Gaia,...
Es geht hin und her und irgendwie wusste ich nie so richtig, wo ich war und was die Person nun von wem wollte. Dadurch wird die Geschichte wahnsinnig schwerfällig.
 Tja. Und dann ist man irgendwann in der Geschichte drin ... da ist sie auch direkt vorbei.
Das Ende hat mich wahnsinnig traurig gemacht, ein richtiges Happy End gibt es nicht. Irgendwie fühlte sich die Geschichte unrund an.

Mein Fazit: Wird wohl nicht wieder gelesen. Warum war das nötig?
Ich habe das Gefühl, Frau Rowling musste sich hier mit Macht von Harry Potter losreißen, die Beweggründe dahinter verstehe ich nicht. Man muss doch nicht alles gut können.
Ich hoffe, das es nicht weiter in diese Richtung geht. Schuhster, bleib bei deinen Leisten!

Habt ihr das Buch schon gelesen?
Hat es euch besser gefallen?

Kommentare:

  1. Ah, interessant. Ich hatte so meine Zweifel, ob sich das Buch für mich lohnt, weil mich eben Themen wie Lokalpolitik und Drogen nicht wahnsinnig intressieren. Aber was du über die 30 Protagonisten erzählst... also ich glaub, das gefällt mir von vorn bis hinten nicht. Danke für deine Einschätzung - sonst hätte ich mir das gekauft und mich geärgert! :D

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    1. Man kanns ja immer noch in der Bibliothek ausleihen oder so, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen.
      Ich weiß nur, das ich das Buch nur wegen der Autorin gelesen habe und mich der Inhalt auch sonst nicht interessiert hätte. Nun ja, das war vielleicht der Fehler. ^^

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  2. ich hab ja schon beim Leseprozess deine Eindrücke geschildert bekommen, was mich ehrlich gesagt so arg abgeschreckt hat, dass ich es wohl nicht demnächst zur Hand nehmen werde.

    Schon allein die Menge an Charakteren - wie ein Telefonbuch *uffz

    Ich denke auch, dass das wohl ein verzweifelter Versuch war sich als Schriftstellerin in der Erwachsenenwelt zu etablieren - das HP auch erwachsenentauglich ist - gerade die letzten Bände - ist ihr wohl nicht genug. Schade...

    Danke noch mal für die Review ^^

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    1. Ja, so habe ich das ehrlich gesagt auch empfunden. Ein bischen wie bei Frau Roche, die mit aller Macht eklig sein wollte. o.o

      Wenn es dich trotzdem noch überkommt, weißt du ja wo du es dir leihen kannst. ;)

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  3. 1. Ich wär froh gewesen, wenn der Hobbit ohne Pause gewesen wär, mich nervt sowas immer.
    2. Und ob das nötig war! Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen (und nicht, weil es von der Potter-Mutter ist). Das was du als "unfokussiert" bezeichnest, habe ich vie mehr als Dichte empfunden. Ein Buch, wie es normalerweise nur das Leben schreibt. Mit der Fäkalsprache, den unperfekten Charakteren und dem noch unperfekteren Ende. Klar, in Harry Potter treibt Voldemort sein Unwesen und einige meiner Lielingscharaktere sterben im Laufe der Zeit. Aber am Ende triumphiert das Gute. Nicht so in "Ein plötzlicher Todesfall" (auch wenn die Übersetzung des Titels zu wünschen übrig lässt). Hier triumphiert - ja - was eigentlich? Die Spießbürgerschaft? Aber selbst diese verliert im Tod Krystles ihre Sauberkeit und wird sich ihrer eigenen Unzulänglichkeit und ihres Versagens bewusst. Und selbst hier gibt es in diesem schlimmen und höchst tragischen Ende irgendwie ein Happy End. Durch die Einsicht ihrer Unzulänglichkeiten können einige der Protagonisten den eingeschlagenen Weg ändern und zu neuer Menschlichkeit finden. We are lying in the gutter - but some of us are looking at the stars.

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    1. Danke, das du hier auch eine etwas andere Sichtweise einbringst und schön, das dir das Buch gefallen hat.
      Was du hier als "ein Buch, wie es nur das Leben schreibt" beschreibst, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Klar ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber in diesem Städtchen sind ja eigentlich alle schlecht und böse und egoistisch usw., SO ist das wahre Leben doch auch nicht? :/

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    2. Tut mir leid, wenn ich schon wieder widersprechen muss ;D
      Natürlich sind die sozialen Strukutren - gottseidank - nicht überall so kaputt. Aber: lebst du in einem einem Dorf? Wenn ja, dann kannst du Glück haben, dass es nicht so ist wie in dem Buch, aber glaub mir, ich spreche aus Erfahrung...

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    3. Das muss dir nicht leid tun. ;)
      Und bestärkt mich darin, das ich kein Dorfmensch bin. ^^

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  4. Oh, wie schade. Ich wollte das Buch eigentlich lesen (ist ja fast ein Muss als Potterhead :D), aber nach einigen schlechten Reviews bin ich mir doch nicht sicher, ob ich mir das antun will. Ich kann mich mit vielen verschiedenen Stilen anfreunden, aber wenn allzuviele Personen darin vorkommen, hab ich schon meine liebe Mühe. Naja, mal sehen, vielleicht kann ich es von jemandem ausleihen ^^

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    1. Ja, das es ein Muss ist habe ich ja auch gedacht. ^^
      Ich plädiere trotzdem für ausleihen und reinlesen.
      Muss ja nicht jedem so gehen wie mir. ;)

      Und vielleicht ist es auf Englisch auch besser?

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