Dienstag, 14. Juni 2016

WIP-Rückschau: Tasche + Wundervlies S 133

Jetzt habe ich es doch einige Zeit vor mir hergeschoben - aber heute zeige ich euch, wie ich mit der "Wundervlieseline" - aka S 133 - meine graue Tasche genäht habe! (Und nein, dafür bekomme ich kein Geld. Ich bin einfach sehr, sehr angetan von diesem Produkt! :D)

Meine fertige Kameratasche.

Um diese Kameratasche geht es. Damit sie ihre akkurate Form behält, habe ich die S 133 gezückt, die bereits in meinen Midori-Notizbüchern steckt. Wie bin ich also vorgegangen?
Im wesentlichen gibt es vier große Punkte, die ich heute ansprechen will:
  1. Nötige Vorüberlegungen
  2. Optimale Reihenfolge
  3. Nähen?!
  4. Danach: Bügeln und Waschen

Ein kurviges Seitenteil (1.) und die Öffnung für das Vlies (2.).

1. Nötige Vorüberlegungen - kantig oder kurvig?

Zunächst wäre da die ganz banale Frage "Welchen Taschenschnitt will ich nähen?". Ich bin ja, was Schnitte angeht, ein Selbstbastler. Der Schnitt der grauen Tasche ist im Grunde ein Rechteck plus die zwei abgerundeten Seitenteile. Also quasi eine ganz einfache "Klappentasche", wie sie hier beispielsweise bei einer alten Natron und Soda-Anleitung erklärt wird.
Bei der Verwendung der S 133 ist es vor allem wichtig vorher zu überlegen, ob man abgerundete Elemente verwenden möchte (wie ich) oder vielleicht auf eine kastige, rechteckige Form steht. Denn wenn man das Vlies später am Stück in die Tasche schiebt, wird es sich wölben. Möchte man gestochen scharfe Kanten, muss man nicht nur den Schnitt, insbesondere die Seitenteile, eckig gestalten, sondern auch das Vlies in Segmente aufteilen.

In meinem Fall heißt das: Ich habe ein langes Stück Vlies an den Ecken, die später in der Klappe stecken, leicht abgerundet und ansonsten am Stück für die Tasche verwendet. Beim Einkaufen muss man dann natürlich ein entsprechend großes Stück erwerben.

Die Taschenverschlüsse - wichtig in der Reihenfolge.

2. Optimale Reihenfolge - nähen oder bügeln?

Wenn man für seine Traumtasche die richtige Form gefunden und einen Schnitt gezeichnet hat, geht es schon ganz amitioniert ans Nähen. Normalerweise würde man das Vlies ganz zu Anfang auf die Taschenteile nähen. Nun ist dieses Vlies allerdings wirklich sehr fest - durch eine Wendeöffnung wird man das kaum zwingen können. (Aber: es liegt nicht am Vlies: Wenn man es einmal ungünstig verformt oder zerknittert hat, wird es bei Bügelwärme wieder weich und nimmt beim Abkühlen wieder eine gerade Form an. Nur beim Werkeln selbst ist es also unpraktisch.)
Daher gilt: Nähen so spät wie möglich, so früh wie nötig!

Für den einfachen Fall der Umhängetasche bedeutet das konkret: Ich habe zuerst den Außenstoff mit Seitenteilen versehen und schließlich ebenso auch das Futter zusammengesetzt. Dann wurden die zwei verheiratet (das kam man hier übrigens sehen). An der Innenseite habe ich allerdings über die komplette Länge eine Öffnung gelassen (siehe zwei Bilder oben), durch die nun mit einigem Muskelschmalz das Vlies eingeschoben werden kann.
Da mein Außenstoff übrigens von innen sehr flauschig war, habe ich die Seite mit der Bügelbeschichtung Richtung Futter gedreht!
Nachdem ich das Vlies positioniert hatte - ein paar Stecknadeln zum Fixieren inklusive - ging es erstmal noch an die restlichen Dekoarbeiten, was in diesem Fall die Taschenverschlüsse auf dem Taschenkörper waren (die Steckschnallen habe ich erst ganz zum Schluss eingesetzt). Dafür habe ich mir zunächst die richtige Position auf dem Außenstoff markiert (Frixon-Stifte sind mein Freund dafür!) und dann die Steckelemente durch Oberstoff und Vlies (aber ohne Futterstoff!) befestigt.

Wenn dann alles an Ort und Stelle ist, wird die noch offene Kante mit Nadeln zugesteckt. Bevor dann genäht wird, kann erstmal das Vlies vorsichtig an Ort und Stelle gebügelt werden. Auf der Herstellerseite heißt es dazu:


  1. Mit einem feuchten Tuch, schrittweise ca. 15 Sek. pro Stelle aufbügeln, ausnahmsweise von der Stoffseite.
  2. Anschließend flach liegend ca. 30 Min. auskühlen lassen.
Verlinkt beim CreaDienstag.

3. Jetzt aber: Nähen!

Dann sieht es also schon fast wie eine Tasche aus, nur eben mit sehr vielen Stecknadeln. In einem Anflug von Wahnwitz habe ich mich entschieden, alle Kanten, nicht nur die offene an der Innenseite, mit der Nähmaschine abzusteppen. Da die Tasche an den Seitenteilen kein Vlies hat, funktionierte das erstaunlich gut!
Okay, gelegentlich musste man ein bisschen würgen, aber Tasche und Nähmaschine haben sich wacker geschlagen. ^^

(Wie ihr bei den vergangenen 7 Sachen vielleicht gesehen habt, mache ich gerade eine zweite Tasche. Diese hat auch an den Seitenteilen S 133-Vlies, ich hoffe damit noch ein bisschen mehr Stabilität zu erreichen. Allerdings wird das Nähen mit der Nähmaschine dadurch quasi unmöglich! Also: Nicht zu viel Vlies verwenden. ^^)

Ansonsten sollte man hier mit Geduld und einer etwas stärkeren, frischen Nadel loslegen, dann klappt das schon!

4. Bügeln und Waschen.

Nun ist es also geschafft, Tasche ist fertig! :D
Theoretisch kann man sie sogar waschen - das Vlies macht sowas laut Hersteller wohl mit, getestet habe ich es allerdings noch nicht. Wenn sie mal etwas aus der Form gerät, einfach noch mal ein bisschen drüberbügeln und wieder abkühlen lassen.


So. Das waren jetzt also meine Erfahrungen mit der Wundervlieseline. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen helfen - wenn ich was vergessen habe, fragt bitte!

Kommentare:

  1. Wow. Das klingt echt nach einem Wunderzeug! Besonders fasziniert mich diese Eigenschaft, dass man sie durch bügeln wieder so herrlich in Form bringen kann :D

    Ich habe hier ja ein fertiges Midorichen mit dieser tollen Vliseline und bin beim Lochen und Nieten schon ganz erstaunt gewesen, wie fest die wirklich ist!

    Das macht sich als Tasche definitiv großartig ^^

    Danke für den Einblick in diesen Entstehungsprozess :D

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  2. Ach sehr cool! Das Zeug sieht ja echt bombig steif aus :D Schaue ich mir demnäcjhst auf jeden Fall mal an im Laden :)

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